ZUKUNFT HANDWERK • ICM - Internationales Congress Center München
08. - 10. März 2023
Was Betriebe heute bieten müssen

Ausbildung im Handwerk:
Azubis finden und halten

Sein Leben in die Hand nehmen. Chancen ergreifen. Dinge konkret formen: Eigentlich gibt es jede Menge gute Gründe, sich für eine Ausbildung im Handwerk zu entscheiden.

Es gibt kaum etwas schöneres, als etwas mit den eigenen Händen zu schaffen. Ob ein handgefertigter Tisch als Schreiner, eine geweißelte Wand als Maler oder eine klug geplante Verkabelung als Elektriker: Im Handwerk sind die Ergebnisse klar sichtbar.

Nach getaner Arbeit das vollendete Werk betrachten zu können, ist ein Privileg des Handwerks und kann eine große Zufriedenheit schaffen. Zudem hat jede handwerkliche Auftragsarbeit einen hohen Nutzen und ist für den Auftraggeber ebenso sinn- wie wertvoll. Auch aus diesem Grund sind Handwerker als Spezialisten ihres Fachs begehrter denn je.

Handwerk hat einen goldenen Boden - aber keiner geht hin

Insbesondere seit Beginn der Corona-Krise sind die Auftragsbücher voll. Neben den oben bereits genannten ideellen Gründen gibt es also auch sehr gute wirtschaftliche Gründe, sich mit einer Ausbildung im Handwerk die Berufswelt zu erobern.

In einer der Ausgaben von ZUKUNT HANDWERK | TALKS haben wir das Thema "Ausbildung im Handwerk: Was Betriebe ihren Azubis heute bieten müssen!" ausführlich mit Betrieben aus der Praxis diskutiert und den aktuellen Stand abgefragt.

Mit unseren Experten wurde geklärt, welche - auch ungewöhnlichen - Ideen es gibt, um die zukünftigen Auszubildenden für eine bestimmte Branche oder Betrieb zu interessieren, wie z. B. integrierte Auslandsaufenthalte in der Ausbildung.

  • Welche konkrete Unterstützung der Ausbildungsbetriebe gibt es seitens der Politik und Handwerksorganisation?
  • Was bringen Azubi-Speed-Datings, 3D-Betriebsführungen oder WhatsApp- bzw. TikTok-Sprechstunden?
     

Alles das erfahren Sie in der Aufzeichnung des ZUKUNFT HANDWERK | TALKS vom 24.02.2022:

 

Video: Was Betriebe ihren Azubis heute bieten müssen!

Warum aber bleiben so viele Lehrstellen im Handwerk unbesetzt?

Laut Arbeitsagentur hat die Handwerkskammer für das Ausbildungsjahr 2020/2021 16,4 % unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet. Hier gibt es offenbar noch viel Luft nach oben.

Wir verraten Ihnen, was Handwerksbetriebe und Ausbildungsbeauftragte tun können, um die Ausbildung im Handwerk attraktiver zu gestalten.

Ausbildung im Handwerk verspricht schnell Eigenständigkeit

Jede Generation tickt ein bisschen anders. Die Jugendlichen, die sich jetzt für Ausbildungsplätze bewerben, sind zwischen 1997 und 2012 geboren. Sie werden deshalb auch Post-Millenials oder Generation Z genannt.

Allgemein gesprochen ist diese Generation durch ein stärkeres Sicherheitsbedürfnis als frühere Generationen geprägt. Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Coronakrise, Ukrainekrise - kaum eine andere Generation ist in so jungen Jahren schon mit so vielen unterschiedlichen Veränderungen und Herausforderungen konfrontiert.

Die Azubis von heute wollen also möglichst schnell Kontrolle über ihr Leben gewinnen und die Dinge selber steuern - und dazu gehört natürlich auch, möglichst schnell Geld zu verdienen.

Kein Wunder, dass laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung 2021 41 % der Jugendlichen eine Ausbildung machen wollen und 30 % das mit einem "Vielleicht" in Erwägung ziehen. Das Handwerk mit relativ kurzen Ausbildungszeiten und schnellen Aufstiegsmöglichkeiten bietet dafür eigentlich die besten Voraussetzungen.

Für Handwerksbetriebe ist es also durchaus sinnvoll, diesen Aspekt der relativ schnellen beruflichen Eigenständigkeit möglichst zu betonen und herauszustellen, sowohl in der Stellenbeschreibung wie auch in persönlichen Gesprächen.

Ausbildung im Handwerk vom Umfeld oft noch zu negativ betrachtet

Auch wenn viele Jugendliche die schnellen Aufstiegschancen sehen, so scheitern sie oft am Widerspruch in ihrem Umfeld. Wer mit 15 oder 16 bewusst auf sein Abitur verzichtet, um eine Lehre zu beginnen, bekommt hierfür nicht unbedingt Zuspruch.

Zudem werden nicht-gymnasiale Abschlüsse an anderen Schulen immer noch als minderwertig betrachtet. Viele Eltern betrachten das Abitur als Standard. Sie möchten ihren Kindern in jedem Fall die bestmögliche Ausbildung bieten und vergessen dabei oft, auf die Bedürfnisse ihrer Kinder einzugehen. Auch Arbeitgeber schließen viel zu oft Bewerbungen von anderen Schulen aus.

Natürlich spielt hier die Bildungspolitik eine große Rolle. In Ländern wie z. B. Bayern wurde die Hauptschule in Mittelschule umbenannt, um das negative Image zu korrigieren. In vielen Talkshows versuchen Experten und Politiker, die Gründe für den Fachkräftemangel zu analysieren und auch die Ausbildung im Handwerk zu pushen. Handwerksbetriebe können hier nur hoffen, dass sich so Schritt für Schritt etwas am vermeintlich negativen Image der Ausbildung im Handwerk ändert.

Wer die nachhaltigen Werte des Handwerks betont, verbessert auch das Image

Gleichzeitig gibt es durchaus auch andere Möglichkeiten, das Berufsbild des Handwerks aufzuwerten. Hier wiederum hilft es, die Nachhaltigkeit des Handwerks stärker herauszustellen.

Denn natürlich wollen auch Azubis im Handwerk sicher sein, dass die Werte ihres Berufsbilds möglichst zum Erhalt unseres Planeten beitragen. Grüne Werte sind nicht nur "in" und ein Trend, es gilt, sie nachhaltig in jedem einzelnen Berufsbild zu verankern und entsprechend zu kommunizieren. Auch hier können Handwerkskammern viel bewirken. Wie wichtig auch ihnen das Thema ist, zeigen z. B. Initiativen der Handwerkskammer Schwaben oder auch der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz.

Zudem gibt es z. B. mit dem Netzwerk Grüne Arbeitswelt weitere nationale Initiativen, an denen sich Unternehmen orientieren können. Unter diesem Link finden Unternehmen z. B. Informationsblätter für 40 Ausbildungsberufe im Handwerk, bei denen auch die grünen Aspekte des Berufs explizit ausgelobt sind.

Mit diesen Informationen können auch einzelne Handwerksbetriebe dazu beitragen, die Ausbildung im Handwerk attraktiver zu gestalten.

Jede Veränderung beginnt im Kopf

Natürlich ist das ein mühsames Unterfangen und um hier einen Wandel zu bewirken braucht es Zeit und Beharrlichkeit. Wenn aber sowohl Unternehmen wie Verbände und Politik kontinuierlich an einem Strang ziehen, beginnt in der Gesellschaft langsam aber sicher ein Umdenken.

So abstrakt das für den einzelnen Handwerker erscheinen mag, jeder Wandel beginnt mit dem Bild bzw. einer Vorstellung im Kopf. Und jeder Satz und jedes Argument, dass das positive Image des Handwerks stärkt, trägt zu diesem Wandel bei und beschleunigt ihn.

Wer Schüler vor Ort besucht, ist rechtzeitig ganz nah dran

Miteinander reden ist also wie immer sehr sinnvoll und hilfreich. Das klingt wie ein altbackenes Rezept, ist aber gerade in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung aktueller denn je: Für sein Handwerk und seinen Betrieb direkt in den Schulen und Klassenzimmern zu werben, ist immer noch eine der wirksamsten Methoden, um Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern. Viele Schulen bieten hierzu bereits spezielle Tage oder einzelne Events zur Berufsorientierung an. Hierzu gibt es oft auch Elternvereine, die den Kontakt zu den Schulen frühzeitig herstellen können.

Gleichzeitig gibt es eine weitere Entwicklung, die zwar rein pädagogisch fragwürdig ist, die aber auch Handwerksbetriebe nicht ignorieren können: Immer mehr Eltern glauben schon, ihre Kinder im Vorschul-Alter auf das Berufsleben vorbereiten zu müssen. Um auch hier präsent zu sein, kann es sinnvoll sein, bereits über Kindergärten und Kinderkrippen den Eltern zu erklären, wie wertvoll eine Ausbildung im Handwerk bzw. in einem speziellen Betrieb sein kann.

Wir raten aber explizit davon ab, Kinder im Vorschulalter eine Berufsberatung anzubieten. Kinder sollten als selbständige Persönlichkeiten möglichst eigenständig entscheiden, was sie sich für ihr Leben wünschen und wie sie es gestalten wollen. Und meistens erfolgt die Entwicklung dieser Persönlichkeit erst in der Pubertät. Eine sinnvolle Berufsberatung ist also frühesten ab 13 Jahren wirklich sinnvoll.

Praktika sind für beide Seiten die beste Möglichkeit, sich kennenzulernen

Reden ist Silber, erleben ist Gold: Jugendlichen fällt es auch oder insbesondere in Zeiten der Informations- und Reizüberflutung schwer, sich für einen Beruf zu entscheiden. Umso wichtiger ist es, dass sie den Beruf möglichst direkt, konkret und unmittelbar selbst erleben können - und das funktioniert am besten über Praktika. Auch wenn es nur zwei Wochen sind, wer als Schüler direkt vor Ort mitarbeitet, kann sich am besten ein Bild von einer Ausbildung im Handwerk machen.

Je mehr Möglichkeiten es für einen persönlichen Kontakt gibt, desto besser

Betriebe sollten unbedingt die Möglichkeit nutzen, in Gesamt-, Haupt-, Mittel-, Realschulen oder Gymnasien für eine Ausbildung in ihrem Handwerk zu werben. Selbstredend sollten Sie auch auf Ausbildungsmessen präsent sein.

Hier hilft es, sich mit anderen Handwerksbetrieben aus der jeweiligen Region zusammenzutun und sich so z. B. mit einem gemeinsamen Stand die relativ hohen Kosten für einen Messeauftritt zu teilen. Dabei ist es empfehlenswert, sich mit den bereits oben genannten Argumenten gut vorzubereiten und sich vorab zu informieren, wann die einzelne Schulen Tage zur Berufsberatung anbieten.

Am besten können Betriebe dabei mit konkreten Angeboten wie z. B. einem Praktikum in den Ferien punkten. Auch hier ist es natürlich hilfreich, sich vorab über bereits bestehende Möglichkeiten zu informieren oder sich mit den einzelnen Schulen und den zuständigen Behörden abzusprechen.

Digitale Visitenkarte und Aushängeschild: Darum braucht jedes Unternehmen heute eine Website

Was machen Jugendliche, wenn sie von etwas gehört oder gelesen haben? Richtig: Sie suchen nach weiteren Infos im Internet. Bevor sich ein Schüler auch nur für ein kurzes Praktikum entscheidet, wird er den Handwerksbetrieb mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit im Internet suchen.

Wenn ihn dann dort keine informative und gut aufbereitete Website erwartet, ist selbst der beste persönliche Eindruck zumindest getrübt. Noch entscheidender ist natürlich eine schlüssige Website, wenn der virtuelle Besuch der erste Kontakt zu ihrem potentiellen Arbeitgeber ist.

Eine Internetseite ist wie eine gedruckte Visitenkarte heutzutage ein wichtiges Statement, wie ihr Unternehmen nach außen auftritt. Je professioneller und moderner der Internetauftritt, desto besser verkörpert der Betrieb für Jugendliche die Zukunft - und genau darum geht es: Sie wollen das Versprechen spüren und erleben, dass das Unternehmen bei dem sie Ihre Ausbildung machen, gut für die Zukunft aufgestellt und auch bei der Expertise rund um die Ausbildung und den Job wirklich auf der Höhe der Zeit ist.

Wir können an dieser Stelle also nicht genügend betonen, dass auch jeder Handwerksbetrieb einen informativen wie übersichtlichen Internetauftritt braucht. Und ja, auch das kostet Zeit und Geld - aber wer Jugendliche auf Dauer von seinem Handwerk und einer Ausbildung überzeugen will, sollte hier unbedingt investieren. Mehr Informationen zum Internetauftritt für Handwerksbetriebe finden Sie zum Beispiel hier.

Mit Landingpages gezielt nach Suchanfragen zur Ausbildung im Handwerk fischen

Wenn Jugendliche nach Ausbildungsplätzen im Internet suchen, können auch so genannte Landingpages weiterhelfen: Über diese lassen sich Jugendliche ganz gezielt über bestimmte Keywords ansprechen. Die Optimierung der Suchbegriffe kann z. B. auf "Ausbildung Maler" oder "Ausbildungsplatz Maler Region XY" erfolgen. Bei der Suche nach diesen Begriffen erscheint dann bei einer entsprechend optimierten Seite die Landingpage des jeweiligen Betriebs mit dem Angebot eines Ausbildungsplatzes an einer sehr hohen Stelle.

Handwerksbetriebe erhöhen mit einer solchen Landingpage die Wahrscheinlichkeit, auf der ersten Seite der Suchergebnisse gelistet zu sein. Wenn dann der Inhalt auch noch ganz gezielt Jugendliche anspricht - in ihrer Sprache und mit dazu passenden Bildern bzw. einem dafür optimierten Layout - ist die Hürde für eine Bewerbung schon deutlich niedriger.

Tik-Tok, Instagram, LinkedIn:

Mit Social Media beim Thema Ausbildung im Handwerk positionieren und nach oben abgrenzen

Ebenso entscheidend und informativ zur Meinungsbildung von Jugendlichen sind Social Media Kanäle: Wenn Jugendliche einem Handwerksbetrieb hier folgen können, bleibt er automatisch im Gespräch und präsent.

Dazu muss das Unternehmen nicht jeden Tag einen neuen Post mit den letzten News platzieren, vielmehr reicht es, wenn der Betrieb einmal in der Woche etwas von sich hören lässt. Gründe etwas zu kommunizieren gibt es immer, aber es muss sich jemand verlässlich darum kümmern. Und dann idealerweise mindestens einmal täglich die möglichen Reaktionen der Azubis oder anderer Interessenten auf die Beiträge moderieren.

Es gibt aber noch einen weiteren, sehr wichtigen Grund, sich auf den Social Media-Kanälen zu engagieren: Erst 45 % der deutschen Unternehmen sind in den Social Media Kanälen aktiv - auch ein kleinerer Handwerksbetrieb kann sich mit seiner Präsenz also bestens zum Thema Ausbildung im Handwerk positionieren und sich deutlich vom Wettbewerb abheben.

Gerade in den ersten Arbeitsjahren brauchen Mitarbeiter Anreize

In Schulen hineingehen, auf Ausbildungsmessen präsent sein, Social Media bedienen - Handwerksbetriebe müssen mitunter viel investieren, um Jahr für neue Azubis zu gewinnen.

Umso ärgerlicher ist es, wenn diese auf mühsame Weise und mit viel Zeit und Engagement angelernten Arbeitskräfte das Unternehmen wieder verlassen, obwohl es genug zu tun gäbe.

Oder aber - noch schlimmer - die Ausbildung wieder abbrechen. Hundertprozentig ausschließen lässt sich so etwas nie - aber man kann Jugendlichen mit Bonusleistungen oder anderen Vorteilen die Entscheidung schon etwas leichter machen.

Eine der beliebtesten dauerhaften Zusatzleistungen ist z. B. die Übernahme von Fahrtkosten oder Essensgutscheinen. Hierfür gibt es mittlerweile auch viele digitale Lösungen, die zum einen maximal transparent sind und zum anderen auch leicht zu bedienen sind und so wenig administrativen Aufwand erzeugen.

Ein weiterer und immer beliebterer Vorteil sind vergünstigte Mitgliedschaften in Fitness-Studios: Gerade in großen Städten kann es für Berufsanfänger mit einem noch relativ niedrigen Gehalt eine große Herausforderung sein, ein ebenso bezahlbares wie ansprechendes und qualitativ hochwertiges Studio zu finden. Ein vergünstigter Tarif kann die Entscheidung deutlich erleichtern und ein weiterer, entscheidender Pluspunkt für eine Ausbildung im Handwerksbetrieb sein. Nicht zuletzt profitieren auch Arbeitgeber davon: Wer regelmäßig ins Fitness-Studio geht, wird in der Regel seltener krank und ist auch mental fitter.

Fahrräder, Carsharing, Mobilitätsbudget

So fahren Mitarbeiter auf Ihr Unternehmen ab

Der gute alte Dienstwagen hat zwar noch nicht ausgedient, aber er bekommt immer stärkere Konkurrenz: Viele Unternehmen locken ihre Mitarbeiter mit alternativen Mobilitätsangeboten wie z. B.

  • Dienst-Fahrrädern
  • E-Bikes
  • Car- oder Bikesharing-Modelle oder einem
  • generellen Mobilitätsbudget zur freien Verfügung.
     

Gerade bei jüngeren Auszubildenden und Jugendlichen in Städten kommt dieses Angebot gut an: Sie verzichten erst Mal auf das Auto und freuen sich, damit auch etwas für die Umwelt zu tun. Auch im späteren Berufsleben können diese alternativen Mobilitätsangebote ein attraktives Angebot sein. Handwerksbetriebe tun gut daran, sich über Möglichkeiten vor Ort zu informieren und Jugendlichen ein entsprechendes Angebot zu unterbreiten. Sie unterstreichen damit auch ihr Engagement für mehr ökologische Nachhaltigkeit und grüne Werte.

► Mehr Details zu alternativen Mobilitätsangeboten

Ausbildung im Handwerk: Übernahme von Anfang an vereinbaren

Ob Weihnachtsbonus, Fitness-Plus oder Mobilitäts-Zuschuss: Am wichtigsten ist es gerade für Auszubildende und Berufsanfänger, in der Berufswelt anzukommen und sich zu etablieren.

Für viele ist eine garantierte Übernahme in den Betrieb daher immer noch der beste Anreiz, sich für eine Ausbildung im Handwerk zu entscheiden. Eine Garantie dafür kann es natürlich nicht immer geben, aber je mehr Arbeitgeber das Gefühl vermitteln, dass der Auszubildende schon während der Lehre zur Unternehmensfamilie gehört, desto loyaler und auch engagierter wird sich der potentiell neue Mitarbeiter auch verhalten.

Natürlich sollten Betriebe das auch entsprechend kommunizieren: Je höher der Prozentsatz der bisher übernommenen Azubis, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch die nächsten Bewerber für Sie als Arbeitgeber entscheiden.

Bei der Ausbildung im Handwerk ist auch das Gehalt entscheidend

Reden wir über Geld: Nach wie vor ist die Gehaltsfrage in Deutschland wie kaum in einem anderen Land vor allem geprägt von Heimlichtuerei. Klar ist aber, dass das Gehalt für Azubis nicht immer ein Zuckerschlecken ist. Auch hier lohnt es sich als Arbeitgeber, die Perspektive zu wechseln und sich in den Azubi hineinzuversetzen: Wer immer nur Leistung erwartet und dafür möglichst wenig zahlen will, wird auch mittel- oder langfristig nur Bewerbungen bekommen, die im wahrsten Sinne des Wortes weniger wert sind.

Natürlich sollte das Gehalt nicht der einzige Grund sein, sich für ein bestimmtes Handwerk zu entscheiden - aber es ist für viele Jugendliche ein ganz wesentlicher Punkt bei der Berufswahl. Je mehr Arbeitgeber ihre Wertschätzung auch ganz konkret monetär ausdrücken können, desto höher wird die Auswahl an Bewerbern sein.  

Übrigens müssen sich Handwerksbetriebe bezüglich des Ausbildungsgehalts gegenüber anderen Branchen gar nicht allzu sehr verstecken: Unter den Top 15 der bestbezahlten Ausbildungsberufe sind die meisten Berufe aus dem Handwerk.

Auslandspraktika: Gewinnbringender Reifeprozess für die Ausbildung im Handwerk

Wer länger im Berufsleben etabliert ist oder schon immer Unternehmer mit einem klaren Ziel vor Augen war, übersieht leicht, dass nicht jeder Lebensweg automatisch immer geradlinig verläuft. Viele Jugendliche wollen z. B. während ihrer Ausbildung zumindest für ein paar Wochen oder Monate Auslandsluft schnuppern.

Arbeitgeber und Handwerksbetriebe sind gut beraten, ihren Azubis diesen aus unternehmerischer Sicht vielleicht eher zweifelhaften Schritt eines Auslandspraktikums zu erlauben: Sie sammeln in der Ferne auf jeden Fall wertvolle Erfahrungen für sich selbst.

Der damit verbundene Reifeprozess kann auch für das Unternehmen äußerst gewinnbringend sein. Im Idealfall bringt Ihr Azubi vielleicht sogar wertvolle Erkenntnisse zu neuen Handwerkstechniken oder Technologien mit. Ein weiterer Grund für ein Auslandssemester ist natürlich, dass ein Azubi auf jeden Fall in den nächsten Jahren für die Großzügigkeit sehr dankbar sein wird.

Mit klaren Absprachen und einer möglichst hohen Verbindlichkeit kann ein Auslandspraktikum für beide Seiten ein echter Gewinn sein.

Eine gute Übersicht zu Auslandspraktika bietet die Website "Berufsbildung ohne Grenzen".

Auch bei einem Sabbatical - also einer mehrmonatigen oder einjährigen Pause - sollten Handwerksbetriebe auf jeden Fall erst Mal zuhören anstatt gleich durch die Decke zu gehen: Wer eine Pause will, braucht diese meistens auch. Azubis, die ständig an ihrer Leistungsgrenze arbeiten, verlieren relativ schnell die Lust am Job und sind damit auch für die Handwerksbetriebe keine echte Bereicherung. Eine befristete Auszeit kann hier Wunder bewirken.

Frauen im Handwerk: So kann es funktionieren

Immer mehr Handwerksbetriebe wissen auch Azubinen zu schätzen: Gerade in jungen Jahren wirken Frauen oft reifer als ihre männlichen Kollegen. Sie sind und handeln verantwortungsbewusster und wirken insgesamt erwachsener.

Gleichzeitig ist es auch im 21. Jahrhundert nicht zu leugnen, dass manche Kollegen insbesondere weibliche Azubis mit einer gewissen Skepsis betrachten. Hier gilt es als Leiter bzw. Geschäftsführer eines Handwerksbetriebs, von vornherein klar zu kommunizieren und so ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich auch Frauen wohlfühlen.

Natürlich sollten Betriebe aber auch an praktische Dinge denken, wie z. B. extra-Toilettenhäuschen auf der Baustelle oder die Anschaffung von Hilfsmitteln zum Tragen von schweren Lasten.

Den Anteil der Frauen im Handwerk zu steigern, hat sich auch die bereits seit vielen Jahren bestehende Aktion Girls Day zum Ziel gesetzt.

Und natürlich sind Frauen im Handwerk nicht die einzige Minderheit: Dass jeder Mitarbeiter bzw. jede Mitarbeiterin unabhängig von seinem / ihrem Geschlecht, seiner / ihrer sexuellen Neigung oder seiner / ihrer Hautfarbe sich auf gleiche Weise akzeptiert fühlen sollte, sollte dabei selbstverständlich sein.

Auch Menschen mit einem Migrationshintergrund oder Studienabbrecher haben immer eine faire Chance verdient. Gerade junge Flüchtlinge werden von vielen Unternehmen oftmals als sehr lernwillig und engagiert gelobt.

Richtig eingesetzt und angepackt kann jedes Unternehmen von Azubis profitieren

Junge, frische Ideen sind für jedes Unternehmen eine Bereicherung und eine Belebung. Azubis zwingen auch Handwerksbetriebe dazu, sich immer wieder ein Stück weit neu zu erfinden und so am Puls der Zeit zu bleiben. Die Ausbildung einer zukünftigen Arbeitskraft ist mit einer potentiellen Übernahme selbst angelernter Arbeitskräfte auch betriebswirtschaftlich ein großer Gewinn.

Dabei wollen Jugendliche heutzutage mehr denn je respektiert und auf Augenhöhe wahrgenommen werden. Auch wenn das vielleicht am Anfang etwas schwerfällt, auf lange Sicht ist genau diese Haltung oft der Schlüssel für ein großes Engagement. Das nicht nur für den Lernbegleiter, sondern auch für die Kollegen bzw. den gesamten Betrieb. Nicht zuletzt entscheidet sich mit dieser Wertschätzung auch die Qualität der Ausbildung. Und je besser Ihre Ausbildung ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie dafür den richtigen Azubi finden.

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